2010 mein Schicksalsjahr.

Fast wäre mein Traum vom Auswandern geplatzt.

Rückblick auf 10 Jahre Uruguay.

Hallo aus Uruguay,

Nach dem das Jahr 2009 krachend zu Ende ging, fing 2010 erst einmal ruhig an. Persönlich war ich immer noch nicht angekommen. Das Land und die Menschen waren mir fremd. Mit meiner Vermieterin und Ihrer Familie kam keine große Vertrautheit auf, dennoch, war sie in diesem Moment meine einzige Bezugsperson für die war ich aber nichts weiter als ein goldenes Kalb welches es zu schlachten galt.

Sie wusste mich so auszunutzen, dass ich es nicht merkte und weil ich mir der Rechtslagen in Uruguay nicht bewusst war. Mein persönlicher Fehler, in meinem ganzen Leben schon, ist der, dass ich immer erst versuche das Gute in einem Menschen zu sehen, selbst wenn man, wie auch in diesem Fall wieder, hinterher von den Menschen zu tiefst enttäuscht wird.

Wahrscheinlich war es auch weil ich eben alleine war, niemanden kannte, eben die Unerfahrenheit usw. was mir persönlich zu schaffen machte.

Nun ja, die Madame war also der Meinung sie hätte ein goldenes Kalb an Land gezogen und nun wäre es an der Zeit umzuziehen. Wir, oder vielmehr sie, suchte dann nach einem geeigneten Häuschen etwas außerhalb von Montevideo. In Ciuad de la Costa, oder auch Sollymar wurde sie fündig und wir mieteten so ein Häuschen. Die horrende Kaution musste natürlich ich hinterlegen und die Miete ging dann auch zu meinen Lasten. Ja ich weiß ich war naiv und blöd, doch ja es war wieder ein Abenteuer mehr und Fehler müssen gemacht werden um daraus zu lernen. Was soll schon passieren dachte ich mir in meinen grenzenlosen Optimismus. Dann war da noch der Gedanke, dass wenn es nicht funktioniert in Uruguay, dann fahre ich eben nach Brasilien an den Amazonas und geh ne Runde schwimmen. Ihr wisst ja dort leben die diese kleinen gefräßigen Fische, soll ja schnell gehen wie man immer liest.

Das gemietete Haus

Das gemietete Haus in Solymar.

Gut so lebte ich mit dieser Person von ca. Februar bis in den Juni in diesem neuen Häuschen. Ich hatte ein normal großes Zimmer in dem ich mich endlich bewegen konnte. Auch ein Schreibtisch und Kleiderschrank stand mir zur Verfügung. Immerhin!

Gegessen wurde meist vom Lieferservice und wenn Madame ihre Familie einlud, dann war ich immer der noble Spender. Ein Wunder war, dass ich zum Essen auch noch dazu gebeten wurde.

So kam es wie es kommen musste, ein Großteil meiner Barschaft war in der Kaution gefangen und der Rest wurde von der Dame verpulvert. Das Geld ging zu neige. Sie bekam Panik und wurde auch noch frech, was mir einfiel usw. waren die Vorwürfe. Sie merkte, dass das „goldene Kalb“ recht dünn war und nun nichts mehr ausspucken konnte. Die Luft für mich wurde unerträglich. Ein Lösung musste her.

Gut, dass ich über das Internet einen wahren Freund getroffen hatte mit dem ich heute immer noch sehr gut befreundet bin. Dieser Freund, obwohl er mich nicht kannte, war mein Retter in der Not in der ich mich befand. Ein Zurück nach Deutschland kam für mich nicht in Frage, es hätte auch meinen Stolz verletzt. Der Amazonas winkte schon, doch mein Freund erklärte sich bereit mich einige Zeit zu unterstützen wenn ich denn nun auf mich allein gestellt sein würde. Es war klar ich musste von dieser Person (Hexe) weg.

Durch einen Tipp fand ich in einem deutschen Forum ein Mietergesuch für eine kleine Cabanita, das ist eine Hütte, ca. 30 qm mit Küche und Bad. Die Vermieter waren in Amerika lebende Deutsche und suchten jemand der diese Hütte bewohnt und sich um das Grundstück kümmert. Ich stellte eine Anfrage und bekam auch direkt eine Antwort und dazu die Adresse eines deutschen Immobilienmaklers in Uruguay, welcher die Schlüssel zu der Hütte hatte, um mich mit diesem, zwecks Besichtigung, in Verbindung zu setzen.

Gesagt getan, angerufen Termin gemacht, hingefahren, meine erste Alleinfahrt in Uruguay außerhalb von Montevideo. Treffpunkt erreicht, Martina die Maklerin gefunden und Sie brachte mich zu dieser Hütte.

Leute, als ich das Grundstück betrat, diese Hütte sah, lachte mein Herz denn ich hatte mein Paradies gefunden.

Paradies

Hier habe ich mein persönliches Paradies gefunden.

Übrigens lebe ich immer noch in dieser Hütte und auf diesem Grundstück, es hat sich nur etwas verändert.

Nachdem ich der Maklerin zusagte die Hütte zu mieten, brachte sie mich wieder zurück zur Bushaltestelle und ich trat meinen Rückweg an. Natürlich kam ich recht spät nach „Hause“. Den Blick den ich erntete werde ich bis heute nicht vergessen, als ob sie was gerochen hätte, dass ich auf einmal weg will. Die Stimmung im Haus war fürchterlich.

Am nächsten Tag machte ich alles klar, fuhr dann noch nach Montevideo zu unserer Vermieterin vom Haus um ihr klar zu machen was da gerade abläuft und was ich plane. Sie verstand alles bestens, wie ich ausgenutzt wurde und wie gerade alles falsch geht und gab mir jegliche Unterstützung welche ich gebrauchen konnte und auch musste Es gibt also auch gute Menschen.

Nach 3 Tagen kam der Tag meines Auszuges, ich hatte mir über die Maklerin jemanden bestellt der mich mit seinem Pickup abholte. Also fing ich an zu packen. Das blieb natürlich nicht unbemerkt. Madame bekam Panik, Ihr goldenes Kalb wollte ausreißen. So zog sie alle nur erdenklichen Register. Sie holte sogar die Policia und wollte mich am liebsten verhaften lassen. Sie erzählte den Polizisten wahre Schauermärchen über mich und sie konnte aus dem Stand dicke bittere Tränen heulen. Wie gut, dass ich mich abgesichert hatte. So hatte ich eine Telefonnummer in Montevideo welche ich anrufen konnte und diese Person sprach dann mit den Polizisten um denen die Sachlage zu erklären. Darauf hin verließen die das Haus und ich schloss mich die Nacht über in meinem Zimmer ein. Das Internet hatte ich unter Verwaltung und sperrte es für diese Nacht, somit konnte sie kein Unheil mehr anrichten.

Am nächsten Morgen kam mein „Taxi“, wir luden das wichtigste von dem was ich benötigte auf die Ladefläche und auf den großen Rest habe ich freiwillig verzichtet. Mitgenommen habe ich meine Matratze, meinen Rucksack mit all meinen Klamotten meinen Schreibtisch, Stuhl, Computer und alles persönliche von mir. Ja sogar ein Handtuch von mir konnte ich noch ergattern weil es auf der Leine hing. Alles Andere was mir gehörte war nicht in meinem Zimmer und in diesen Momenten somit unerreichbar für mich.

Als wir abfuhren fiel mir mal wieder ein großer Stein vom Herzen.

Ich wurde in meine neu gemietete Hütte gebracht und wir luden dort alles aus, viel war es ja nicht. Doch egal, ich war endlich diese elendige Person los und sie wusste auch nicht wo ich hin bin.

Paradieische Hütte.

Diese Hütte bestimmte fortan mein Leben.

Wie es dann in meiner Hütte und Paradies weiter ging erzähle ich im nächsten Artikel.

Danke fürs lesen!

Liebe Grüße aus Uruguay

Peter

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