Das Stromnetz in Uruguay.

Nicht unbedingt sehr zuverlässig.

Hallo aus Uruguay,

heute morgen war es mal wieder soweit, mein PC ist einfach und ohne Vorwarnung ausgegangen. Also habe ich mich auf die Fehlersuche begeben woran das liegen könnte.

Erst habe ich diesen Umgestöpselt von meiner USV auf das normale Netz. Denn über das normale Netz läuft der PC auch mit einer Niederspannung.

Dann habe ich mich mal wieder gewundert, warum meine USV dauernd gelb wird um dann wieder grün zu werden. Bis ich dann endlich, na ja eigentlich hätte ich es mir ja denken können oder sogar müssen, denn es ist ja nicht das erste Mal,dass sowas passiert, einen Strommesser in eine Steckdose stecke um zu sehen welche Spannung wir haben.

Eine deutliche Unterspannung

Ja und siehe da wir sind unterversorgt. Es kommen gerade mal so zwischen 190 und 210 Volt an.

Dazu muss man sagen, dass das uruguayische Stromnetz zwar 230 Volt liefert, dieses sich aber über 2 Leitungen verteilen. Auf jeder der Phasen liegen ca. 115 Volt. und dann gibt es noch den Nullleiter also die Erde, wenn sie überhaupt vorhanden ist.

Irgendwie wird das irgendwo an einem Transformator geregelt. Diese Regelung scheint sehr anfällig zu sein, denn es passiert öfters, das eben nicht genug Saft ankommt, so wie im Moment. Auch passiert es gerne, meistens dann wenn man es nicht braucht, dass an einem der veralteten Transformatoren, welche überall in der Gegen rum stehen, eine Sicherung mit großen Knall heraus fliegt. Dann geht erst einmal gar nichts mehr. Darum ja auch die USV um in solchen Momenten ein sicheres runterfahren des PC zu ermöglichen, was besonders bei einem Windows PC wichtig wäre. Linux verkraftet das ohne weiteres.

Was bleibt einem in solchen Momenten?

Ein Anruf bei UTE unserem Stromversorger und versuchen den Sprachautomaten zu überlisten um an eine menschliche Stimme zu kommen, der man dann mitteilen kann dass wir zu wenig Strom haben.

Bei Stromausfall ist es einfach, da reicht eine SMS mit der Kundennnummer und schon ist der Ausfall registriert. Ausfälle kommen besonders dann vor, wenn wir Sturm und Gewitter haben. Schnell fällt mal ein Baum um und das dann ausgerechnet in eine Stromleitung. Außerhalb von Montevideo hat man keinen Leitungen welche in die Erde verlegt sind. So ein Kabel geht dann schon mal schnell zu Bruch und der Ausfall ist somit vorprogrammiert.

Fällt der Strom dann mal aus, der längste Ausfall den ich hier erlebt hatte dauerte 27 Stunden, dann bleibt einem nur sich in Geduld zu fassen und zu hoffen, das man vorher sein Handy und Ebook reader aufgeladen hat um die Zeit zu überbrücken.

Meine über 10 Jahre alte USV welche noch aus Deutschland stammt.

Es sind dann Momente der Besinnlichkeit  und Ruhe, denn man ist wirklich fast zum Nichtstun verdammt. Wenn es dann sogar in die Nacht geht, dann geht man mit den Hühnern ins Bett, was dann auch mal ganz erholsam ist.

Als Notbehelf hat man Batterie Lampen und da hier mit Flaschengas gekocht wird, muss man auch nicht verhungern. Für solche Notfälle stehen auch immer 6 Liter Frischwasser bereit.

Aber wie gesagt dies kam in fast 10 Jahren 2-3 Mal vor.

Noch eine Möglichkeit wäre natürlich ein Notstromaggregat. das aber ist sehr laut und kostet Sprit. Nicht jeder hat eines aber wenn sie gebraucht werden hilft man sich schon mal gegenseitig aus um wenn es länger dauert zumindest den Gefrierschrank vorm abtauen zu bewahren.

So dies war mal ein kleiner Einblick in das Leben in einem nicht so hoch technisiertem Land wie Deutschland wo Stromausfälle eher eine Seltenheit sind. Noch würde ich sagen.

Liebe Grüße aus Uruguay

Peter

PS: Mittlerweile, noch bevor ich diesen Artikel veröffentlichte ist der Strom wieder in normaler Stärke da.

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