Essen und Trinken in Uruguay.

Es gibt auch Deutsches zu kaufen.

Hallo aus Uruguay,

in einer Facebook Gruppe in der es um das Auswandern nach Uruguay geht, kam gestern die Frage auf, ob das Essen und Trinken in Uruguay ähnlich gut wäre wie das in Deutschland.

Das möchte ich nun etwas ausführlicher beantworten.

In meinen Augen kann man hier in Uruguay mindestens ebenso gut, wenn nicht sogar besser als in Deutschland essen und trinken.

Wer unbedingt wert auf Deutsches legt und auf solches nicht verzichten möchte, der solle aber am besten in Deutschland bleiben. Da kann er dann auch sicher sein, dass er immer Deutsche Produkte, made in soundso, auf den Teller bekommt.

Und ja man bekommt sie hier die Deutschen Produkte. Kühne Senf, Maggi und auch Knorr sowie Nestle, ach ja die sind ja alle von Nestle, sind hier reichhaltig vertreten. Majonäse und Ketchup von Hellmann, verflixt, das ist ja schon wieder Nestle, sind natürlich auch vertreten.

Wie man an meiner Ironie bemerken kann, es ist schon sehr schwierig eben NICHTS von Nestle zu bekommen.

Wein?

Uruguay ist ein Weinland und der Uruguayische Wein steht dem Deutschen in nichts nach. Trotzdem kann man hier auch eine Liebfrauenmilch kaufen.

Bier?

Es gibt sehr gutes Bier in Uruguay, Pilsen und wer es gerne etwas herber mag der nimmt ein Patricia. Ebenso kann man auf ein Zillertal zurück greifen. Natürlich sind auch alle anderen Biersorten vorhanden. Deutsche sowie auch Belgische, na aj das übliche internationale Programm. Selbst auf ein Bleifreies muss man nicht verzichten.

Übrigens ich schwöre auf Pilsen, das hat es noch nicht geschafft mir ein Kopfaua zu machen, welches ich in Deutschland nur schon alleine vom Anblick mancher Biersorten bekam.

Brot?

Brot ist ein leidiges Thema in Uruguay. Das kommunale Brot hier, welches man überall in den Supermärkten kaufen kann ist, na ja mit dem in Deutschland nicht zu vergleichen. Es ist zu 99% schnödes Weißbrot welches man eigentlich nur frisch verzehren kann. Kaum eine Stunde alt ist es schon fast wieder alt. Doch es gibt auch Ausnahmen. Ein rustikales Weißbrot, das hält schon mal einen Tag und ist im Biss ordentlich. Leider werden diese Brote, wie mittlerweile weltweit wohl so üblich, im gefrorenen Zustand ausgeliefert und dann in den Märkten „frisch“ aufgebacken.

Doch halt Stopp, es gibt eine Ausnahme. In Montevideo gibt es einen Deutschen Bäcker, der es sich zur Aufgabe gemacht hat eine Brotzeit zu erstellen. Bei dem gibt es dann auch wirkliches Brot nach Deutscher Bäckerkunst. Ehrlich es schmeckt vorzüglich. Nur ist mir der tägliche Weg dorthin etwas schwerfällig.  Aber wenn ich dort vorbei schaue dann kaufe ich halt etwas mehr ein und bewahre es im Gefrierschrank auf.

Brot

Brot Angela von Brotzeit.
Foto

Wurst und Fleisch?

Wenn man mal davon absieht, dass die Uruguayer durchaus dazu in der Lage sind vorzüglichen Aufschnitt herzustellen, gibt es eben doch ein paar Kleinigkeiten die es eben hier nicht gibt. Ein richtig guter Fleischkäse zum Beispiel oder auch manche Art von Bratwurst.

Doch da gibt es einen deutschen Metzger in Punta del Este der da ab und an versucht in die Bresche zu springen. Was er anbietet, wenn er es anbietet, ist schon verdammt lecker. Leider bietet er es im Moment wegen Umbaumaßnahmen nicht an.

Fleisch, allerdings, da braucht es wirklich kein Deutsches. Warum wohl essen die Deutschen so gerne Uruguayisches Rindfleisch? Nun da sitzen wir hier an der Quelle.

Anzumerken wäre dazu, dass in Uruguay das Rindfleisch den Stellenwert hat, den das Schweinefleisch in Deutschland hat.

Schnitzel zu Beispiel werden hier aus Rindfleisch hergestellt, nennen sich Milanese und sehen genau so aus wie das Deutsche vom Schwein. Natürlich bekommt man hier auch Schweinefleisch. Das ist aber zu vernachlässigen. Bis auf, ja das ist nun das komische hier in Uruguay und ähnliches habe ich bis dato nur in Spanien erlebt. Das Beste vom Schwein, die Lende, damit können die hier irgendwie nichts anfangen und die gibt es quasi für nen Appel und en Ei. Leicht zum zubereiten und vom Geschmack her vorzüglich.

Nun die Uruguayer lieben es dann doch eher herzhaft.

Sie mögen ihr Asado fürs Asado.

Asado ist Rippchenfleisch vom Rind natürlich am Knochen und Asado nennt man auch das Zubereiten und gemeinsame essen am heimischen Grill den ja jeder zu Hause hat. Asado Fleisch ist mit das billigste Fleisch überhaupt damit es sich auch der Ärmste im Land noch leisten kann. Dass man hier auch Pansen und andere Innereien des Rindes isst, muss nicht unbedingt jedermanns Geschmack sein.

Asado

Asado in Uruguay
Foto

Käse!

Hmmm lecker sag ich nur. Uruguay ist ja von je her ein Einwanderungsland. Darum sind natürlich auch sehr viele Schweizer hier zu Hause und die haben ihr Kunst des Käse machens natürlich mitgebracht. Dementsprechend bekommt man hier natürlich auch sehr leckeren Käse. Wer natürlich einen Meenzer Handkäs oder einen Limburger sucht, der wird es recht schwer haben. Persönlich habe ich noch keinen gesehen, ich habe allerdings auch nicht danach gesucht.

Sauerkraut und Rotkohl  und manchmal auch Gurken aus Deutschland kann man hier ebenso finden. Lediglich Klöße habe ich bisher vergeblich gesucht. Nicht mal von Maggi.

Süßigkeiten!

Auch hier muss man auf fast nichts verzichten. Wer Milka, die lila Kuh, liebt der bekommt sie an jeder Ecke, doch leider ist sie sowas von süß aber auch. Ferrero Rocher kann man hier auch erhalten, leicht überteuert aber wer bereit ist sich diese Kugel zu geben dem ist das auch egal. Selbst Gummibärchen von Harribo sind zu haben. Erdnüsse von Ültje und auch Salzstangen und sonstiges Knabberzeuch.

Eis

Eis von Conaprole
Foto

Eis gib es hier auch, lediglich nicht von Langnese oder seinen Unterfirmen. Wer also ein Cornetto haben möchte schaut in die Röhre. Dafür macht die Firma Conaprole, welche hier in etwa den Status von Danone inne hat, ein sehr leckeres Eis welches man in Kiloboxen kaufen kann.

Fazit:

Essen und Trinken in Uruguay ist in meinen Augen besser als in Deutschland. Die Auswahl ist reichlich, die Qualität ausgesprochen gut, lediglich die Preise, vor allem wenn es aus Deutschland eingeführt wird, sind schon verdammt hoch und nicht gerade für jedermann erschwinglich. Am besten sind dann immer noch die regionalen Produkte, sie sind meistens am preiswertesten und auch qualitativ oft besser als Eingeführtes.

Hungern und Dursten muss in Uruguay also kein Mensch.

Liebe Grüße aus Uruguay

Peter

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