Herbst

„Mabon am 23. September markiert die Herbst-Tagundnachtgleiche. Erfahre, wie sich Licht, Natur und Jahreskreis in dieser Zeit verändern und welche Bedeutung dahinter steckt.

Wenn Tag und Nacht im Gleichgewicht sind

Am 23. September 2026 findet die Herbst-Tagundnachtgleiche statt, auch als Mabon bezeichnet. Es ist einer der wenigen Tage im Jahr, an denen Tag und Nacht nahezu gleich lang sind. Dieses Gleichgewicht ist kein Zufall, sondern ein klarer Wendepunkt im Jahreslauf.

Nach der Fülle des Sommers und der beginnenden Erntezeit mit Lughnasadh zeigt sich nun deutlich: Das Licht nimmt ab, die Tage werden kürzer, und die Natur bereitet sich auf den Rückzug vor. Mabon markiert somit den Übergang vom aktiven Sommer hin zur ruhigeren, nach innen gerichteten Jahreszeit.


Mabon im Jahreskreis

Im Jahreskreis steht Mabon zwischen Lughnasadh und Samhain. Während Lughnasadh den Beginn der Erntezeit darstellt, ist Mabon der Moment, in dem diese Ernte ihren Höhepunkt erreicht.

Die Natur ist noch reich und farbenfroh, doch die Zeichen des Wandels sind nicht mehr zu übersehen:

  • Blätter beginnen sich zu verfärben
  • Die Ernte ist in vollem Gange
  • Die Tage werden spürbar kürzer
  • Die Temperaturen beginnen zu sinken

Mabon ist damit ein Fest der Balance und des Übergangs. Es zeigt, dass jede Phase des Jahres ihren Höhepunkt hat und sich dann weiterentwickelt.


Die zweite Ernte

Historisch wurde Mabon als zweite große Erntezeit betrachtet. Neben Getreide, das bereits im Sommer geerntet wurde, stehen nun Obst, Gemüse und spätere Feldfrüchte im Mittelpunkt.

Für frühere Gesellschaften war diese Zeit entscheidend:

  • Vorräte für den Winter wurden angelegt
  • Lebensmittel wurden haltbar gemacht
  • Die Gemeinschaft bereitete sich auf die kältere Jahreszeit vor

Die zweite Ernte ist daher nicht nur ein praktischer Vorgang, sondern auch ein Moment der Sicherung und Vorbereitung. Alles, was jetzt gesammelt wird, bildet die Grundlage für die kommenden Monate.


Natur im Wandel beobachten

Wer sich in dieser Zeit draußen aufhält, erkennt sofort die Veränderungen:

  • Die Farben der Landschaft wandeln sich von Grün zu Gelb, Orange und Rot
  • Viele Tiere beginnen, Vorräte anzulegen oder sich zurückzuziehen
  • Die Luft wirkt klarer, oft kühler, und die Sonne steht tiefer am Himmel
  • Früchte fallen von den Bäumen, und Felder werden abgeerntet

Diese Veränderungen sind keine plötzlichen Ereignisse, sondern Teil eines kontinuierlichen Prozesses. Mabon macht diesen Prozess sichtbar und zeigt, wie sich die Natur auf den Winter vorbereitet.


Historische Einordnung von Mabon

Der Begriff „Mabon“ ist eine neuere Bezeichnung für die Herbst-Tagundnachtgleiche, doch das Fest selbst ist uralt. Schon lange vor modernen Kalendern haben Menschen diesen Zeitpunkt beobachtet und genutzt, um den Jahreslauf zu strukturieren.

Die Tagundnachtgleichen waren besonders wichtig, weil sie klare Orientierungspunkte boten:

  • Sie markieren den Wechsel der Jahreszeiten
  • Sie zeigen das Verhältnis von Licht und Dunkelheit
  • Sie helfen, landwirtschaftliche Abläufe zu planen

In vielen Kulturen wurde diese Zeit genutzt, um Dankbarkeit für die Ernte auszudrücken und gleichzeitig den Blick auf die kommende Jahreszeit zu richten.


Wir wir Mabon heute verstehen

Auch heute lässt sich Mabon ohne feste Rituale oder spirituelle Vorgaben bewusst erleben. Es reicht oft schon, die Veränderungen in der Natur wahrzunehmen und ein Gefühl für den Übergang zu entwickeln.

Der Herbst beginnt nicht plötzlich, nein, er kündigt sich langsam an. Mabon ist der Moment, in dem dieser Übergang sichtbar wird.

Man kann diesen Zeitpunkt nutzen, um sich zu fragen:

  • Was hat sich im Laufe des Jahres entwickelt?
  • Welche Prozesse sind abgeschlossen?
  • Was wird in die nächste Phase mitgenommen?

Diese Fragen ergeben sich ganz natürlich aus der Beobachtung der Jahreszeiten und brauchen keine zusätzliche Deutung. Vielleicht hast du dir im Frühjahr Notizen gemacht und kannst jetzt ein bisschen Resümee ziehen.


Das Gleichgewicht als zentrales Thema

Die Tagundnachtgleiche bringt ein seltenes Gleichgewicht zwischen Licht und Dunkelheit. Doch dieses Gleichgewicht ist nur ein kurzer Moment. Danach verschiebt sich das Verhältnis wieder aber diesmal zugunsten der Dunkelheit.

Das macht Mabon zu einem besonderen Punkt im Jahreskreis. Es erinnert daran, dass Veränderung immer im Fluss ist und dass jeder Zustand nur vorübergehend besteht.


Mabon als Übergang in den Herbst

Mabon, am 23. September 2026, ist ein Fest des Gleichgewichts und der zweiten Ernte. Es markiert den Übergang vom Sommer in den Herbst und zeigt, wie sich die Natur langsam auf die ruhigere Jahreszeit vorbereitet.

Die Veränderungen sind deutlich sichtbar: Die Farben wandeln sich, die Ernte erreicht ihren Höhepunkt, und das Licht nimmt ab. Wer diese Phase bewusst wahrnimmt, versteht den Jahreskreis nicht als starres System, sondern als lebendigen Ablauf, der sich ständig verändert.


Hinweis zum Weiterlesen

Dieser Beitrag bietet einen Überblick über Mabon und seine Bedeutung im Jahreskreis. Wer sich intensiver mit historischen Hintergründen, landwirtschaftlichen Zusammenhängen oder regionalen Traditionen beschäftigen möchte, findet zahlreiche weiterführende Quellen. Der Fokus liegt hier bewusst auf Einordnung, Naturbeobachtung und dem Verständnis der Jahreszeiten.

Von Petra

Ich schreibe über das Leben zwischen den Zeilen, über alte Rituale und neue Wege. Mich interessieren leise Fragen mehr als schnelle Antworten. Und wie wir dabei nicht vergessen, wer wir eigentlich sind.